Pädagogik

Die ersten Lebensjahre sind eine einzigartige Phase, in der Kinder wie ein Schwamm ihre Welt aufnehmen, geprägt von sensiblen Lernfenstern, rasanter Entwicklung und der Umgebung, die wir für sie gestalten.

Entwicklung von Kindern – Die ersten Lebensjahre verstehen

Kinder durchschreiten in ihrer Entwicklung vier Entwicklungsstadien, die jeweils etwa sechs Jahre dauern.
Die erste und die dritte Entwicklungsperiode sind zusätzlich unterteilt.

Jede dieser Phasen bringt eigene:

Aufgaben

Voraussetzungen

Fragen

Deshalb braucht jede Phase auch eine neue „vorbereitete Umgebung“.

Die Unterschiede zwischen den Entwicklungsstufen sind so groß, dass Maria Montessori von einer
„Aufeinanderfolge von Geburten“ spricht.

Was alle Phasen verbindet:

  • Kinder sind offen für neues Lernen
  • Jede Phase hat eigene Schwerpunkte
  • Jedes Kind hat seinen eigenen Lernrhythmus

Die erste Entwicklungsperiode (0–6 Jahre)

Körperliche Entwicklung

Kinder durchlaufen einen enormen Wandel:

  • vom Baby zum Kleinkind
  • der nächste große Wandel folgt erst in der Pubertät

Geistige Entwicklung

Das Kind entwickelt sich von:

  • 0–3 Jahre: unbewusst absorbierender Schöpfer
  • 3–6 Jahre: bewusst lernender Arbeiter

Typische Fragen in dieser Phase:

  • „Was?“
  • „Wie?“

Psychische Entwicklung

In dieser Zeit:

  • entsteht das Ich-Bewusstsein
  • bildet sich die Persönlichkeit
  • sammeln Kinder erste Erfahrungen in der Gruppe

Sensible Phasen – Die Schlüssel zum Lernen

In der ersten Entwicklungsperiode entstehen die sogenannten sensiblen Phasen.

Das sind Zeitfenster, in denen Kinder besonders empfänglich für bestimmte Eindrücke sind.

Besonders stark ausgeprägt sind:

  • Ordnung
  • Bewegung
  • Sprache

 

Was Kinder in dieser Zeit lernen

Kinder entwickeln sich in kurzer Zeit enorm:

  • von liegend → laufend, gehend, hüpfend
  • vom Greifen → Zeichnen und Schreiben
  • vom Hören → fließenden Sprechen

Sie:

  • lernen ihre Muttersprache (oder mehrere Sprachen)
  • erkennen Strukturen
  • entwickeln äußere und innere Ordnung

Der absorbierende Geist

Der sogenannte absorbierende Geist ermöglicht diese besondere Form des Lernens.

Kinder nehmen Eindrücke auf:

  • mühelos
  • direkt
  • ohne Bewertung

Wie ein Schwamm Wasser aufsaugt, integrieren sie alles sofort in ihre Persönlichkeit.

Unsere Verantwortung als Erwachsene

Kinder unterscheiden nicht zwischen:

  • gut oder schlecht
  • geeignet oder ungeeignet

Das bedeutet:

Wir entscheiden, welche Erfahrungen Kinder in dieser prägenden Phase machen.

Die Umgebung, die wir schaffen, beeinflusst direkt ihre Entwicklung.