Maria Montessori stellte bei ihrer Arbeit mit Kindern fest, dass es in der kindlichen Entwicklung Phasen gibt, in denen das Kind eine besondere Empfänglichkeit und Bereitschaft für den Erwerb bestimmter Fähigkeiten hat.
Bewegung, Sprache und Ordnung sind die drei großen sensiblen Phasen in der frühen Kindheit.
Kinder entwickeln in dieser Phase gezielt ihre Grob- und Feinmotorik und bauen wichtige Grundlagen für Selbstständigkeit und Konzentration auf.
Kinder erweitern ihren Wortschatz, lernen genau hinzuhören und entwickeln Schritt für Schritt sprachliches Verständnis und Ausdruck.
Kinder brauchen äußere und innere Ordnung, um Sicherheit zu erleben, Zusammenhänge zu verstehen und sich in der Welt zurechtzufinden.
Kinder perfektionieren und üben ihre Grob- und Feinmotorik in einem Montessori-Kindergarten mit folgenden Übungen:
Dabei werden geübt:
Die bewusste Bewegung durch den Raum schafft wichtige Voraussetzungen für viele weitere Entwicklungsschritte.
Wenn Kinder ihre ganze Aufmerksamkeit brauchen, um im Gleichgewicht auf einem Sessel sitzen zu können, bleibt ihnen wenig Energie für alles andere, zum Beispiel:
Die Basis für die Schule ist deshalb eine gute, abgeschlossene Bewegungsentwicklung mit ausgereiften grobmotorischen Bewegungsabläufen.
Auch die Handmotorik wird gezielt vorbereitet und verfeinert.
Dazu gehören zum Beispiel:
Dabei üben Kinder:
In der Grob- und Feinmotorik sicher zu sein, ist ein großer Schritt zur Selbstständigkeit.
Bewegungsentwicklung geht auch immer Hand in Hand mit Sprachentwicklung.
Sprache wird im täglichen Umgang miteinander geübt. Wir begleiten Handlungen mit Sprache, benennen Eindrücke und sind Sprachvorbild.
Im Montessori-Kindergarten wird besonderer Wert auf gutes Hören gelegt.
Kinder lernen, einzelne Laute, Buchstaben und Wörter bewusst wahrzunehmen.
Vorbereitete Materialien helfen bei Wortschatz, Lauten, Satzbau und Grammatik.
Damit Kinder später lesen und schreiben lernen können, müssen sie Sprache zuerst bewusst hören. Sie müssen auch ein ganzes Wort aus einem gesprochenen Satz isolieren können.
Darum ist Lautschulung ein zentrales Angebot an unsere Kinder.
Das Sinnesmaterial ermöglicht es den Kindern, Sinneseindrücke in Worte zu fassen und sich gezielt auf einen Sinn zu konzentrieren.
Ordnung erfahren gibt Sicherheit. Kinder brauchen das Gefühl:
Die Welt ist in Ordnung.
Eine fixe Tagesstruktur, Arbeitsstruktur und Rituale helfen Kindern zu verstehen:
Wie fange ich an? Wie arbeite ich? Wie höre ich auf?
Eine geordnete, ästhetische und vorbereitete Umgebung gibt Orientierung:
Arbeitsplatz, Essplatz, Garderobe – alles hat seinen Platz.
Kinder erleben eine feste Gruppe, sichere Erwachsene und ihren eigenen Platz in der Gemeinschaft.
Feste Regeln sind ein bewusster Bestandteil unseres gemeinsamen Lebens.
Kinder bauen im Kindergartenalter Schritt für Schritt ein Wertebewusstsein auf. Dazu gehören Gespräche, Erfahrungen und die Sicherheit, sozial und emotional eingebettet zu sein.
Diese drei großen sensiblen Phasen klingen mit der Schulreife der Kinder ab.
Jetzt gilt es, auf den Erfahrungen aufzubauen, die sie in Sicherheit und in einer anregenden Umgebung gemacht haben.
Fertigkeiten, die sie gelernt haben, werden in der Schule gezielter eingesetzt.
Im Kinderhaus und in der Kleinkind-Gemeinschaft wird das Fundament gelegt.
Stellen Sie sich vor, Sie sind 20 Jahre alt. Wie viel von Ihrem momentanen Wissen und Können haben Sie im jeweiligen Alter erworben?
Auflösung
| 1–3 Lebensjahre | 40% |
| 3–6 Lebensjahre | 30% |
| Summe | 70% |
| 6–10 Lebensjahre | +10% |
| 10–16 Lebensjahre | +15% |
| 16–20 Lebensjahre | +5% |